KLEINE GALERIE des Projektes ZKE
URSULA SCHMIDT-TROSCHKE EUGEN BEDNAREK

1937 in Berlin geboren, beschäftigt sich
die Essener Künstlerin seit 1983 mit
der Wassergrafik (Marmorieren) auf Mate-
rialien wie Textil, Papier, Leder, Holz und Plastik. Sie studierte intensiv das Buch
„Die Marmorierkunst“ von Phileas Boeck aus dem Jahr 1880 und arbeitete mit
verschiedenen Fachleuten zusammen.
1989 veröffentlichte sie ihr eigenes Buch „Stoff-Marmorierkunst“ im Frech-Verlag. 2002 vertiefte sie ihre Praxis in Südindien, im Haus von „Sri Aurobindo Handmade Paper“ in Pondicherry. Die Farbenlehre von Prof. Axel Buether, dargestellt in seinem Buch „Die geheimnisvolle Macht der
Farben“ (2020), beeinflusste ihre weitere Arbeit. Zwischen 2017 und 2018 arbeitete sie mit Prof. Ulrich Langenbach an der Freien Akademie der bildenden Künste in Essen. Seit 2002 nimmt sie jährlich am Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt im Schloss Moyland teil. 2018 zeigte sie ihre Werke drei Monate lang im Textilmuseum „Die Scheune“ in Nettetal.
Ab 2015 gibt sie in ihrer Werkstatt in Essen-Bergerhausen Kurse mit maximal zwei Teilnehmern. 2022 erwarb der Fördererverein des Papiermuseums Düren einige ihrer Wassergrafiken.

Seit 2026 ist sie Meisterschülerin des Essener Künstlers Eugen Bednarek.

Blumencollagen … liebevoll gewachsen

Unzählige Blüten, Knospen und Blätter waren wie taumelnde Vögel aus den Himmeln herabgeschaukelt. So eine Farbenpracht und Formen-vielfalt hatte ich noch nie gesehen, geschweige denn, berühren dürfen.
Von dem Duft fühlte ich mich verzaubert. Was ich gefunden hatte, trug ich in meine Werkstatt in Essen-Bergerhausen und in
Eugen Bednareks Kunstschule ZKE in Essen-Frillendorf.
Nun wurde es hier und dort sehr lebendig.
Ich hatte den Blüten und Knospen einen Ort auf handgeschöpften Papieren aus dem Lokta-Strauch* gezeigt.
Hier konnten sie ihren Platz frei wählen. In schönen Zimmern fand ich die passende Umgebung,
setzte Vasen auf Tische und Decken und verband die Blumen mit Stengeln, die ich eigens in für sie gestaltete Vasen steckte.
Bei längerem Anschauen strömt nun der feine Duft aus den
Blumen noch über Jahrzehnte. Erwähnen möchte ich noch, dass sich während der Gestaltung ab und zu ein feiner, glitzernder Sternenstaub auf die Blumen und ihre Umgebung legte. So ein Ereignis ist selten, ungewöhnlich und kostbar.
Ich bin sicher, dass Sie Ihre Freude an diesen Bildern haben werden.
Meine gesammelten Vorräte an Blumen und Papieren sind noch groß.
Es werden immer wieder neue Blumencollagen entstehen und sich manchmal von Sternenstaub berühren lassen.
Ursula Schmidt-Troschke

*Diese Pflanze wächst unter den harten klimatischen Bedingungen im Königreich Bhutan. Dort werden die Lokta-Hölzer in stundenlang brodelndem Quellwasser mit feinen Sieben „herausgeschöpft“
in Formaten bis zu 3 x 3 Metern.

Geboren 1960 in Königshütte
(Oberschlesien). Studierte zwischen 1980 und 1985 an der Kunstakademie Krakau (Abschluss: Diplom-Graphik-
Designer mit Auszeichnung). 1985 erhielt er ein Stipendium vom Kulturminister Polens. Seit 1985 arbeitet er als freischaffender Kunstmaler,
Plakatkünstler, Fotograf, Entwickler von Kunstprojekten und Kunstlehrer. Zusammen mit seiner Ehefrau Wanda Korfanty-Bednarek – vielseitig wirkende Künstlerin und Kunstlehrerin – engagiert er sich seit 2000 als Mitgestalter im Projekt „Zusammen Kunst Erleben“ auf der Zeche Königin Elisabeth, einem sozio-kulturellen Projekt, das nicht nur in den Stadtteil Frillendorf in Essen hinein wirkt.
Eugen Bednarek war Teilnehmer an zahlreichen
Einzel- und Gruppenausstellungen und wirkte bei verschiedenen Theater-, Film- und Kunstprojekten mit.
Seine Plakate sind in vielen internationalen Sammlungen
vertreten, z.B.: im Postermuseum Lahti (Finnland),
im Museum of Modern Art Toyama (Japan),
im Plakatmuseum Warschau (Polen)
und im Musée de la Publicité Paris (Frankreich).
Er ist der Mitbegründer der Galeriegemeinschaft
„Galerie dieserArt“ in Essen-Rüttenscheid (2010—2022)
sowie der KÜNSTLERGRUPPE ZKE (gegr. 2026).

Ich liebe Blumen. Wer tut´s nicht?
Besonders in der Kunst bilden sie einen
unerschöpflichen Garten der Inspiration.
Im Zyklus „Wir sind Blumen“ vergleiche sie
im metaphorischen Sinne mit Menschen —
suche nach Analogien.
Blumen erobern seit Milliarden Jahren die ganze Welt
mit ihrer unglaublichen Anpassungsfähigkeit und Lebenskraft.
Trotz ihrer Zähigkeit sind sie jedoch sehr empfindlich
und zerbrechlich. Nicht gepflegt, ihrer Nahrungsgrundlage
entzogen, kränkeln sie und sterben. Vor allem aber sind Blumen in ihrer großen Artenvielfalt so wie Menschen
„bewunderungsschön“.
Ich teile meine Begeisterung für Blumen
mit der Essener Künstlerin Ursula Schmidt-Troschke,
die ich als Gast der Künstlergruppe ZKE zu der Ausstellung
in der Kleinen Galerie ZKE eingeladen habe.
Mit ihren 89 Jahren präsentiert sie der Öffentlichkeit
zum ersten Mal in diesem Umfang ihre neuesten Arbeiten,
in denen sie ihren bisher abstrakten Wassergrafik-Collagen
eine realistisch anmutende Gestalt verleiht.


Eugen Bednarek